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Alt 11.10.2018, 18:07   #1
maffyn
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Himmelsscheibe, goldhüte und gurlitt

da der gurlitt thread geschlossen ist, hier:

ich hab grad nicht schlecht gestaunt, daß derzeit im martin gropius bau in berlin SOWOHL die "bewegte zeiten" ausstellung (goldhüte, himmelsscheibe- also alles relevante und bedeutende zum thema, wer waren unsere vorfahren, ALS AUCH die exponate der gurllitt sammlung im gleichen Hause gezeigt werden! also wenn das kein grund ist, dann weiss ich auch nicht ;-)

beides wird man wahrscheinlich so nicht wieder sehen. hiermit als tip für interessierte gegeben.
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Alt 14.10.2018, 13:11   #2
maffyn
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so. war da.... arrrrrgh!....grrrrr...... also: gurlitt ist top! sehr schön die permanente unterschrift: "aktuell kein raubkunstverdacht"! überhaupt zeigt die gurlitt- ausstellung sehr interessantes auf, z.b. das emil nolde mitnichten "gelitten" hat unter den kunsthütern. man muss manches nur mit wachem auge lesen und selber dabei denken.

aber nun zur archäologischen "schau" und wemhofs wunderkammer: ich hatte richtig richtig schlechte laune. nicht nur, daß bis auf ein paar wirklich state of the art - objekte das ganez eher wie ein sammelsurium wirkte, sondern: die mit system allesamt aus ihren zeitkoordinaten gebrachten objekte, katapultierten einem immer wieder aus seinem feeling raus. die schlecht beleuchteten vitrinen (!!!) trugen ein übriges dazu bei, die zeitangaben mühsam zu erkennen und einzuordnen.

Verwirrung pur und mit system! klar- es lohnt schon mal bestimmte artefakte in einer ausstellung zu sehen: goldhüte (3 stück), himmelsscheibe, venus von hohlefeld, 300000jahre alter speer, flöte (40000 jahre alt), aber insgesamt wirrt das gehirn gecrasht von dem durcheinander.
herausragend: der "barbarenschatz von rülzheim" live und im original. hammer! (weiss gar nicht wo der nromal ausgestellt ist)

was mich ganz dringend interessieren würde (wer hat die ausstellung auch gesehen?): nach meinem in der erkennung von metallen nicht ganz untalentiertem auge, waren die goldhüte nicht echt. auf nachfrage wurde mir zwar echtheit bescheinigt, aber ich habe noch NIE gold gesehen, was derart nach goldbronzefarbe aussah (matt, fahler bis gar kein glanz). wer kann helfen, wer hat die goldhüte schon mal gesehen und kann hierzu was sagen? gold altert nicht und der glanz des materials ist i.d.r. immer auf eine ganz bestimmte art vorhanden. in der gesamten ausstellung übrigens bei allen artefakten KEIN hinweis auf teilweise offensichtlich ergänzte teile, rekonstruktionen o.ä. mein schlechtes gefühl wurde da immer schlechter.
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Alt 15.10.2018, 11:42   #3
Zappo
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Zitat:
Zitat von maffyn Beitrag anzeigen
..........die mit system allesamt aus ihren zeitkoordinaten gebrachten objekte, katapultierten einem immer wieder aus seinem feeling raus....
Nun ja, Ausstellungen haben manchmal Konzeptionen, die der eigenen Empfindung nicht so wirklich entsprechen. Das liegt aber auch ein wenig in der Natur der Sache.

Daß bei DIESER Konzeption (Quelle Wikipedia):

"Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland ist eine Archäologie-Ausstellung vom 21. September 2018 bis 6. Januar 2019 in Berlin, die aus Anlass des Europäischen Kulturerbejahres 2018 stattfindet. Sie zeigt im Martin-Gropius-Bau die bedeutendsten archäologischen Funde der letzten 20 Jahre in Deutschland, die von der Altsteinzeit vor 300.000 Jahren bis ins 20. Jahrhundert reichen."

kein speziell alters- oder kulturentsprechender Aufbau stattfindet, dürfte klar sein. Das ist dann eher zum Hingehen und Dinge angucken, die normalerweise woanders ausgestellt sind. Dauerausstellungen haben da schon eine andere Konzeption.

Der "Barbarenschatz" (und einer der Goldhüte) ist normalerweise in Speyer im historischen Museum der Pfalz ausgestellt. Da wird zur Zeit ziemlich umgebaut - also kann das auf Reisen.

Gruß Zappo
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Alt 15.10.2018, 13:02   #4
chabbs
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Zitat:
Zitat von maffyn Beitrag anzeigen
...aber insgesamt wirrt das gehirn gecrasht von dem durcheinander.
Manch einer kommt gar schon so dort an!


Aber i.d. Tat ist manchmal die künstlerische Umsetzung in den Museen...naja... suboptimal. In Herne war mal ein Münzschatz in einer mit Gaze verhüllten Vitrine ausgestellt, mit Kontrastbeleuchtung, so dass wirklich nur schemenhaft Münzen zu erkennen waren. Naja.

Zitat:
allesamt aus ihren zeitkoordinaten gebrachten objekte
Jo, in bewegten Zeiten ist ja nicht immer alles an seinem Platz Ich denke auch, das war das Konzept.
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Alt 15.10.2018, 13:32   #5
Caddy-MVP
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Unser LAKD hat zum Besuch der Ausstellung eingeladen. Resultiert aus dem Preisgeld des Friedrich-Lisch-Denkmalpreises (4.000 €). Das war diese Geschichte mit dem 13jährigen, Rügen, Blaubart, Ackerlöper ... Angesichts der sehr fragwürdigen Umstände der Preisverleihung verzichte ich auf eine Anmeldung.
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Alt 15.10.2018, 13:49   #6
Zappo
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Zitat:
Zitat von chabbs Beitrag anzeigen
...Aber i.d. Tat ist manchmal die künstlerische Umsetzung in den Museen...naja... suboptimal. In Herne war mal ein Münzschatz in einer mit Gaze verhüllten Vitrine ausgestellt, mit Kontrastbeleuchtung, so dass wirklich nur schemenhaft Münzen zu erkennen waren. Naja.....
Ein Tip: Ohne kleine Taschenlampe sieht mich (mittlerweile) kein Museum.....War kürzlich sogar in ner Szenenkneipe sinnvoll: Schummerbeleuchtung und Speisekarte hellbraune Schrift auf fahlorange....

Gruß Zappo
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Alt 15.10.2018, 14:34   #7
chabbs
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Zitat:
Zitat von Zappo Beitrag anzeigen
Ein Tip: Ohne kleine Taschenlampe sieht mich (mittlerweile) kein Museum.....War kürzlich sogar in ner Szenenkneipe sinnvoll: Schummerbeleuchtung und Speisekarte hellbraune Schrift auf fahlorange....

Gruß Zappo
Gute Idee!
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Alt 22.10.2018, 17:12   #8
maffyn
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Zitat:
Zitat von Caddy-MVP Beitrag anzeigen
Unser LAKD hat zum Besuch der Ausstellung eingeladen. Resultiert aus dem Preisgeld des Friedrich-Lisch-Denkmalpreises (4.000 €). Das war diese Geschichte mit dem 13jährigen, Rügen, Blaubart, Ackerlöper ... Angesichts der sehr fragwürdigen Umstände der Preisverleihung verzichte ich auf eine Anmeldung.
kannst du das näher beschreiben? würde mich interessieren. evtl. auch mit link, falls hier oder anderswo was steht.

danke für den taschanlampen-tip. war mir neu, daß das öfter ist. ich verstehs ja bei lichtempfindlichen alten stoffen z.b., aber metall und stein...
hat jemand nen tip für eine richtig gute schlüsselringtaschenlampe? kann ja schlecht mit meiner 1000 lumenstange da reinleuchten.

chabbs:JA, genau deshalb rege ich mich nun danach auch über das "konzept" auf... ich fand vorher schon wemhofs einlassungen den artefakten widersprechend, wollte aber sehen, ob die ausstellung und der inhalt siegt. hat er leider nicht, da mich das kognitiv einfach überfordert hat. insofern darf man doch darüber diskutieren, ob das nun sooo eine gute idee war? es geht doch nciht darum ob die ausstellung quasi logisch das konzept abbildet. sondern genau darum, ob diese hammerartefakte, die derart bewusstseinsbildend für unsere kultur, unseren ideellen schatz der herkunft, des "genius loci", nicht hier bewusst abgewertet wurden? ich fühlte mich wie in einer dieser unsäglichen operninszenierungen, wo der regisseur die oper quasi nur benutzt, um sein eigenes stück zu erzählen (was aber eingeltihc niemand sehen will...)

wemhof hat hier ebenso die bedeutendsten artefakte "benutzt" um eine story zu erzählen, die bei licht betrachtet müll ist. (sorry, ich liebe das polemische;-))) hat imho auch überhaupt gar nichts mit einer "dauerausstellung" zu tun, sondern: wie präsentiere ich 300000 jahre europäische kultur so, das man sie begreift, nachvollziehbar macht, eigenes denken befördert, synapsen entstehen...
wemhof präsentierte eine kulturmarxistische lesart dieser europäischen kultur, die nur funktioniert, wenn man alles durcheinander haut;-)

ich hab schon viele wanderausstellungen gesehen, die einfach grandios waren!
na gut....

kann noch jemand noch was zu der farbe der goldhüte sagen? das brennt mir im geiste und ich kann es nicht lösen. alles gold was ich je sah- von alten inka/mayaschätzen bis hin zu gediegenen nuggets, sah anders aus. vermisst habe ich übrigens die scheiben von moordorf und auch die stücke aus bendsheim (?). also alle die teile wo der wunderanalytikprofessor dr. ....(name entfallen) regelmäßig die echtheit anzweifelt. irgendwie beschleicht mich da ein gefühl. (ja- verschörungen sind meine leidenschaft ;-))))
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Alt 22.10.2018, 17:23   #9
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Zitat:
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hat jemand nen tip für eine richtig gute schlüsselringtaschenlampe?
Klingt das jetzt doof, wenn ich sage "Jede, die Dir für 1,95 bis 3,99 übern Weg läuft"? Die Anforderungen an die geschilderte Situation sind ja jetzt nicht so groß.

Ich nehm allerdings immer meine alte Fenix LD10 - und halte den Daumen auf den Scheinwerfer.....

Gruß Zappo
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Alt 22.10.2018, 22:43   #10
maffyn
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nee-klingt nich doof. da kenn ich mich nicht aus. nur manchmal gibst in solchen dingen oft nur schrott und dann, wenn mans weiss (!!) für halt mehr geld was ordentliches, wie ich es mir unter handwerklicher qualität vorstelle.

z.b. wie bei mir letztens: jahrelang rumgeärgert mit allen arten von minibrennern (rothenberg, proxxon und wie sie alle heissen...) mir hats dann so gelangt, daß ich mal länger als ne stunde gegoogelt habe und: voila. für 70 ocken einen Blue Flame GB2001 Mini-Gasbrenner der endlich das macht, was er soll und nicht dieses plastikgelumpe. ich steh auf langlebige wertarbeit, die freude macht, sowohl haptisch, ästhetisch und funktional. (so wie diese ganzen reichspatentdinge ;-)))
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