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Alt 09.07.2008, 19:08   #36
jensDD
Geselle

 
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So, letzte Runde ...

Dass eine Einzelperson solch ein komplexes Vorhaben umsetzen kann, halte ich für ausgeschlossen. Aber es gibt eben jene "Bunkerallianz", besetzt mit Fachleuten. Seltsam. Ich glaube, vorsichtig ausgedrückt, da eine gewisse Distanzierung von der Tätigkeit des BBN erkannt zu haben ... Unterstützen am Ende doch nicht alle den Verschluss?
Wo bleibt der öffentliche Widerspruch? Es gibt keinen, weil immer wieder propagiert wird, der Verschluss sei die für das Land einzig tragbare Lösung. Begleitet von den immer gleichen Phrasen und ohne eine einzige aussagekräftige Zahl.

Den BBN trifft nicht die alleinige Schuld, sein Pressesprecher hat das ja auch mehr oder weniger betont. Aber der Verein führt nun mal mit großem Enthusiasmus das zu Ende, was "die da oben" am Schreibtisch - und vermutlich nur dort - zwischen zwei Kaffeepausen entwickelt haben. Für alle Hobbyfotografen und angehende Mediendesigner sicher ein Traumjob und eine einmalige Chance, sich zu profilieren.
Dafür kassiert der BBN jetzt die Schelte der "ewigen Ignoranten", von der hoffentlich noch ein Bruchteil den Auftraggeber im Bürosessel erreicht. Dass der Verein letztlich der Buhmann ist, darüber wird auch keine 3D-Internetshow hinweg täuschen, die irgendwann mal kommt. Kostenfrei, wie versprochen, oder als Bezahlversion. Und es wird immer Leute geben, die lästig hinterfragen, warum sie sich nur das virtuelle Daumenkino auf 19 Zoll anschauen dürfen, obwohl es vor der Haustür ein Original zum "Begreifen" in vielerlei Hinsicht gibt. Das für manche vielleicht doch realistischer bleibt, als man vermuten sollte. Man hört ja so munkeln ...

"Temporär begehbar". Dann war der Bunker bisher also nicht sicher begehbar? Komisch, niemand der nicht vorhandenen Besucher hat sich nach mehrstündigem Aufenthalt darüber beklagt. Wer die Aluleiter zur 5011 runtersteigt, ist mehr gefährdet.

Aber jetzt rätsel ich erst mal, was eine 5001 mit freigelegten, gesicherten Zugängen und Notbeleuchtung von anderen begehbaren Bunkern, z.B. in Wünsdorf, Ladeburg oder Kolkwitz, unterscheidet. Das Geld allein kann es nicht sein. Wie definieren sich die "extrem hohen Anforderungen" an eine dauerhafte Öffnung? Behindertengerechter Ausbau? Ein angemietetes Dixihäuschen? Vergoldete Taschenlampen?

"Temporär begehbar" - der Intensität der Werbung nach zu urteilen, soll die Aktion einen maximalen Profit abwerfen, um die investierten Euros (Hobby hin oder her, am Ende müssen wieder schwarze Zahlen stehen), den leidigen Verschluss und einige Münzen zusätzlich einzufahren. Man rekrutiert sogar Referenten (sonst lese ich immer: Referent Paul B. - diesmal nicht??). Das hört sich nach beachtlichen Besucherzahlen ab August an - mehr, als für einen längerfristigen Museumsbetrieb zu moderaten Preisen erforderlich wären. Die letzte Chance zum Umdenken? Nicht in Prenden!

Der Bunker wird nun, dank der aufopferungsvollen Arbeit eines Vereins (Vorschlag: Ehrenpreis der "Stiftung Denkmalschutz") zu dem, wovon das Land Berlin insgeheim immer geträumt hat: Ein totes Denkmal im märkischen Sand. Und der Förster kann wieder beruhigt die Rehe füttern und muss keine Wirtschaftlichkeitsstudien mehr erstellen.

Okay, genug geärgert. Warten wir, was der Herbst bringt. Oder, wie unlängst jemand schrieb: Keep Cool ...

Gruß Jens
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